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Ausstellungseröffnung

Eröffnungsabend am 1. Juni 2022, um 17 Uhr in der Alten Weberei Nordhorn

„Wenn Sie sich umschauen, sind sie umgeben von Anne Franks Leben und ihren Gedanken. In Vorbereitung auf den heutigen Abend habe ich überlegt: Was würde Anne denken, wenn sie hier wäre? Ich glaube, Anne wäre berührt gewesen, wenn sie heute hier wäre. Berührt von der Aufmerksamkeit, die ihr Tagebuch in den vergangenen Jahrzehnten erregt hat. Berührt und vielleicht auch ein bisschen stolz, wie es ihr als jugendliches Mädchen gelungen ist, Menschen dazu zu bewegen, hinzuschauen, den Mund aufzumachen und sich stark zu machen gegen Antisemitismus und für eine vielfältige Gesellschaft, in der alle einen sicheren Platz finden und einfach sein dürfen“, eröffnen Lena Schoemaker, Bildungsreferentin vom Arbeitskreis Eine Welt e.V. und Sarah Laustroer vom Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB e.V.) am vergangenen Mittwoch die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“, die noch bis zum 23. Juni im Kulturzentrum Alte Weberei zu sehen ist.

Die 90 Stühle sind bis auf den letzten Platz besetzt, was die Organisator*innen sehr freut und zeigt, dass Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit leider immer noch Themen sind, die uns alle angehen und interessieren sollten. Unter den Gästen sind Kreisarchivar Christian Lonnemann (stellvertretend für Kreisrätin Gunda Gülker-Alsmeier) und Bürgermeister Thomas Berling, die neben der allgemein geschichtlichen Bedeutung von Anne Frank und ihrem Leben auch die Spuren zeichnen, die jüdischen Leben hier in der Grafschaft Bentheim hinterlassen hat. Veronika Nahm als Direktorin des Anne Frank Zentrums Berlin gab einen Einblick in die Arbeit des Anne Frank Zentrums, das eng verwoben ist mit dem Anne Frank Haus in Amsterdam und z.B. den alljährlichen Anne-Frank-Tag organisiert, an dem sich Schulen mit diversen Aktionen beteiligen können. Der diesjährige Anne-Frank-Tag findet am 10. Juni statt. Claudia Sanner für den Vorstand des VNB e.V. blickte zurück auf das langjährige Engagement der Ausstellungskoordinatorin Elena Schlegel, dank deren Einsatz die Ausstellung nun bereits zum fünften Mal in Niedersachsen zu sehen ist. Neben den Grußworten bereicherte die Musikerin und Sängerin Nina Schwarz den Abend mit jiddischen Liedern, die sie wahlweise mit Gitarre oder ausschließlich gesanglich vortrug, wobei sich ihre Stimme berührend im Foyer der Alten Weberei ausbreitete und bei dem ein oder anderen Gänsehaut verursachte.

In den Mittelpunkt des Abends rückte Gerhard Naber als Stellvertreter für den insgesamt 14 Grafschafter Institutionen und Einzelpersonen umfassenden Trägerkreis der Ausstellung die 18 jungen Menschen, die sich in einem zweitägigen Seminar zu sogenannten Peer Guides für die Ausstellung haben qualifizieren lassen und ab sofort interessierte Gruppen durch die Ausstellung führen. Besonders hervorzuheben ist dabei die gute Zusammenarbeit mit den Schulen, die es ihren Schüler*innen mittels Freistellung ermöglichen, Führungen auch an den Vormittagen durchzuführen und deren Engagement auch ideell stark unterstützen. So stehen Fiona-Marie Elbert, Lilly Kuczera und Lara Tiegel von der Ludwig-Povel-Schule, Elise Keller, Amelie Heitmann und Paul Emmler vom Gymnasium Nordhorn, Femke Büttelmann, Finja Krüger, Emily Hoegen, Larissa Höllmann, Leo Malcew, Maximilian Dietz, Lisa-Marie Karvink und Nils Volling vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn sowie Amelia Kolibabka von der KBS Nordhorn, Björn Steinkamp (BuFDi bei der VHS) und Björn Alferink als Privatperson interessierten Schulklassen und Gruppen für Führungen durch die Ausstellung zur Verfügung.